Chronik


Es begann fast wie bei den "Zehn kleinen Negerlein"- nur umgekehrt! Anfang November 1994 lud ich alle interessierten SchülerInnen des Asam-Gymnasiums zum freiwilligen Jonglieren am Freitag Nachmittag ein. Das Vorhaben eine Gruppe von Bewegungskünstlern ins Leben zu rufen schien bereits mit dem ersten Treffen gescheitert. Lediglich zwei Schüler aus der 9. Klasse - Max Drewes und Christian Schellenberger - waren erschienen. Beide waren zu diesem Zeitpunkt schon erstaunlich gute Balljongleure, denen das für sie neue gemeinsame Jonglieren - Bällepassing oder "Bälleklauen" - durchaus Spaß machte. Dennoch meinten beide am Ende des Nachmittags, dass es keinen Sinn mache mit nur zwei Schülern dieses Projekt weiter zu verfolgen.

Nach dem Motto "Aller Anfang ist schwer" überredete ich die beiden eine Woche später wiederzukommen. Kaum zu glauben aber wahr: beim nächsten Mal waren es immerhin schon vier Schüler, die am gemeinsamen Jonglieren Freude fanden. Nach und nach kamen vereinzelt neue Schüler - auch 5.-Klässler - dazu die das Jonglieren, Einradfahren, Diabolospielen und vieles mehr erlernen wollten.

unser erstes Publikum
 

Knapp vier Monate später, Anfang März 1995 traten immerhin bereits 13 Schüler als Bewegungskünstler anlässlich des Tages der offenen Tür in der Turnhalle des Asam-Gymnasiums auf. Das Publikum zeigte sich über das halbstündige Programm - Ball-, Ring- und Keulenjongleure, Diabolisten, Einradfahrern sowie eine pantomimische Darbietung - sehr begeistert.

erster "großer" Auftritt

Beflügelt durch diesen ersten Erfolg sowie durch die enormen Fortschritte innerhalb der Gruppe, folgte im Juli 1995 ein einstündiger Auftritt in der Schulturnhalle, der sich wirklich sehen lassen konnte. Die Gruppe der Bewegungskünstler war mittlerweile auf über 20 Schüler angewachsen und erfreute sich der ersten Engagements von einer Grundschule in Ottobrunn sowie von zwei Sportvereinen.

Aufgrund der zahlreichen Talente stieg das Niveau rasend schnell, so dass bereits im Schuljahr 1996/97 erste bedeutende Auftritte außerhalb der Schule stattfanden, so z.B. bei der Stadtteilwoche in Obergiesing in einem großen Zirkuszelt vor ca. 450 Zuschauern oder zum 15-jährigen Jubiläum des PEP in Neuperlach. Diese Auftritte sowie Presseberichte in der SZ, AZ und natürlich die insgesamt vier Fernsehauftritte bei vier verschiedenen Sendern sorgten dafür, dass die Bewegungskünstler des Asam-Gymnasiums in und auch außerhalb Münchens immer bekannter wurden. Als im September 1997 die Teilnahme beim 1. Bayerischen Zirkusfestival auf dem Tollwood- Gelände anstand, wurde schließlich der "Asamesische Zirkus" gegründet.

In den folgenden Jahren konnte die ständig größer werdende Gruppe unter meiner Leitung bei großen öffentlichen Bühnenauftritten im Bildungszentrum des Anton-Fingerle-Zentrums ein breites Publikum begeistern. Bei freiem Eintritt waren die meist zwei Stunden dauernden Vorstellungen mit wechselndem Motto fast immer "ausverkauft". Zum absoluten Publikumsrenner wurden dabei neben den Feuershows sowie den Schwarzlichtnummern die Keulenjonglagen von "Le Quattro Stagioni".

Mit Stolz können wir inzwischen auf über 50 erfolgreiche Auftritte - die meisten außerhalb der Schule - zurückblicken.

Inzwischen existiert der Asamesische Zirkus seit über acht Jahren und erfreut sich auch bei den Schülern des Asam-Gymnasiums großer Beliebtheit. So haben sich zu Beginn des neuen Schuljahres 39 SchülerInnen der 5. Klassen neu dem Schulzirkus angeschlossen. Damit gehören unserem Schulzirkus zur Zeit ca. 80 Schüler an.

Jürgen Adams (OStR Sport und Chemie)



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